Cannabis aus der Apotheke oder Eigenanbau: Kosten und Recht
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In Deutschland gibt es drei legale Wege zu Cannabis: Medizinalcannabis aus der Apotheke mit ärztlichem Rezept, der private Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen und die Anbauvereinigung. Drei Kernzahlen: In der Apotheke kosten Blüten je nach Sorte 3 bis 10 € pro Gramm, dazu 10 bis 30 € pro Rezept. Der Eigenanbau kostet einmalig rund 340 € für die Growbox und etwa 150 € pro Durchgang, ab dem zweiten Jahr rechnerisch rund 3 € pro Gramm. Ein Club nimmt 18 bis 30 € Grundbeitrag im Monat plus um 7 € pro Gramm. Hier rechnen wir alle drei Wege sachlich durch, mit Paragraphen, Quellen und Datum. Stand September 2026, keine Rechts- oder Gesundheitsberatung.
Dennis Andres · Seed Supplier Team
Wir verkaufen Cannabissamen und haben deshalb ein Interesse am Eigenanbau. Genau darum trennen wir hier sauber: Gesetzestexte und BMG-FAQ sind amtlich zitiert, Apothekenpreise stammen von zwei Anbieterseiten mit Datum, die Anbaukosten aus unseren eigenen Artikeln, die Praxis aus dem Growerforum. Die Apotheke werten wir nicht ab, sie ist für Patientinnen und Patienten der richtige Weg.
📋 In diesem Artikel
- Drei legale Wege zu Cannabis auf einen Blick
- Weg A: Medizinalcannabis aus der Apotheke, so läuft es ab
- Was kostet Cannabis aus der Apotheke?
- Krankenkasse: was seit dem 29.07.2026 gilt
- Weg B: Eigenanbau nach dem KCanG
- Was kostet der Eigenanbau pro Gramm?
- Weg C: Anbauvereinigung
- Kosten pro Gramm über 12 Monate im Vergleich
- Qualität: Laborwerte gegen Frische und Sortenwahl
- Was verboten bleibt
- Rechtslage mit Paragraphen
- Quellen
- Häufige Fragen
- Apotheke: nur mit ärztlichem Rezept (§ 3 MedCanG). Blüten 3 bis 10 € pro Gramm, Rezept per Telemedizin 10 bis 30 €, Versand um 7 €. Seit 29.07.2026 zahlt die gesetzliche Kasse keine Blüten mehr.
- Eigenanbau: 3 Pflanzen gleichzeitig, 50 g getrocknet zuhause (§§ 3, 9 KCanG). Growbox-Set 330 bis 350 €, pro Durchgang rund 150 € für Samen, Strom und Erde.
- Anbauvereinigung: 25 g pro Tag, 50 g pro Monat (§ 19 KCanG). Grundbeitrag 18 bis 30 € im Monat plus um 7 € pro Gramm.
- Verboten bleibt: Kauf ohne Rezept, Onlineshops für Blüten, Versand, Schwarzmarkt und „legale" THC-Gummies.
- Qualität: Apotheke mit geprüftem THC-Gehalt und Schadstofftests, Eigenanbau mit freier Sortenwahl und Frische, aber ohne Labor.
Drei legale Wege zu Cannabis auf einen Blick
Wer „Cannabis Apotheke" sucht, landet meist bei Telemedizin-Anbietern und Versandapotheken. Das ist ein legaler Weg, aber nicht der einzige. Seit dem 1. April 2024 regelt das Konsumcannabisgesetz (KCanG) den Eigenanbau und die Anbauvereinigungen, das Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) die Versorgung über Ärzte und Apotheken. Beide Gesetze stehen nebeneinander, und beide haben klare Grenzen.
| Merkmal | Apotheke | Eigenanbau | Club |
|---|---|---|---|
| Voraussetzung | ärztliches Rezept | 18 Jahre, eigener Wohnsitz | Mitgliedschaft, 18 Jahre |
| Menge | nach Verordnung | 3 Pflanzen, 50 g zuhause | 25 g pro Tag, 50 g pro Monat |
| Kosten | 3 bis 10 € pro Gramm plus Rezept | ab 340 € Start, dann um 150 € pro Durchgang | 18 bis 30 € im Monat plus um 7 € pro Gramm |
| Wartezeit | 1 bis 3 Tage | 10 bis 14 Wochen | 3 Monate Mindestmitgliedschaft |
| Qualitätsprüfung | Labor, THC-Angabe | keine, eigene Sorge | Stichproben nach § 18 |
| Gesetz | MedCanG | KCanG §§ 3, 9, 10 | KCanG §§ 11 bis 25 |
Weg A: Medizinalcannabis aus der Apotheke, so läuft es ab
Cannabis zu medizinischen Zwecken darf nur von Ärztinnen und Ärzten verschrieben und nur in einer Apotheke gegen Vorlage der Verschreibung abgegeben werden, so steht es in § 3 Abs. 1 und 2 MedCanG. Zahn- und Tierärzte sind ausgenommen. Das Betäubungsmittelrezept ist seit April 2024 Geschichte, laut BfArM erfolgt die Verschreibung auf einem „normalen" Rezept. Nur Nabilon bleibt ein Betäubungsmittel.
In der Praxis läuft der Weg heute meist über Telemedizin: Du füllst bei einem Anbieter einen Fragebogen aus, ein Arzt prüft die Angaben, teils in einer Videosprechstunde, und stellt bei medizinischer Begründung ein Privatrezept aus. Das Rezept geht an eine Apotheke deiner Wahl, die Blüten kommen per Post oder du holst sie ab. Der Deutsche Hanfverband schreibt, dass der Großteil der Telemedizin-Anbieter seriös arbeitet, die Qualität der Vertragsapotheken aber schwankt.
Zwei Dinge gehören dazu: Es braucht eine medizinische Begründung, die der Arzt verantwortet. Und wer für ein Rezept unrichtige Angaben macht, macht sich nach § 25 Abs. 1 Nr. 1 MedCanG strafbar. Ob eine Therapie für dich in Frage kommt, klärst du mit deinem Arzt, nicht mit einem Samenshop.
Was kostet Cannabis aus der Apotheke?
Die Preise sind seit 2017 stark gefallen. Der Hanfverband erinnert daran, dass Blüten anfangs meist über 20 € pro Gramm lagen. Heute sieht der Markt so aus, jeweils mit Datum:
| Posten | Spanne | Quelle, Datum |
|---|---|---|
| Blüten günstig | 2,99 bis 5,00 € pro Gramm | flowzz Preisvergleich, 14.09.2026 |
| Blüten Live-Bestand | 4,99 bis 9,39 € pro Gramm | Grünhorn Apotheke, 14.09.2026 |
| Rezept ohne Video | 0 bis 19,90 €, meist um 15 € | CannArzt Anbieterliste, 14.09.2026 |
| Erstberatung mit Video | 25 bis 130 € | flowzz Telemedizin-Vergleich |
| Versand | 6,95 bis 7,99 €, frei ab 100 bis 150 € | Lux 99, Grünhorn, 14.09.2026 |
Die häufigste Frage in den Suchergebnissen lautet: Was kosten 10 Gramm Cannabis in der Apotheke? Rechnung: 10 g zu 3,50 € sind 35 €, zu 8 € sind 80 €. Dazu kommen 15 € Rezept und 7 € Versand. Ergebnis: 57 bis 102 € für 10 g, also 5,70 bis 10,20 € pro Gramm. Bei größeren Mengen sinkt der Anteil von Rezept und Versand. Grower im Forum Cannabisanbauen.net berichten von 3 bis 4 € für die günstigsten Sorten und bis 10 € für teure, ein Nutzer rechnet für 10 g guter Blüten „über 110 €" mit Rezept und Versand.
Der Hanfverband erklärt, warum Preise schwanken: Füllt die Apotheke Blüten nur um, gilt § 4 AMPreisV. Zerkleinert, siebt oder portioniert sie, wird daraus ein Rezepturarzneimittel nach § 5 AMPreisV, und das verteuert das Produkt. Frag deshalb vorher, ob die Blüten „unverändert" abgegeben werden.
Krankenkasse: was seit dem 29.07.2026 gilt
Bis zum Sommer 2026 konnten gesetzlich Versicherte mit schwerwiegender Erkrankung Cannabisblüten auf Kassenrezept bekommen, wenn die Kasse den Antrag genehmigte. Das hat sich geändert. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt in seiner FAQ: Seit dem Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes am 29. Juli 2026 können „Cannabisblüten in unverändertem Zustand sowie in Zubereitungen nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden". Erstattungsfähig nach § 31 Abs. 6 SGB V bleiben Extrakte in standardisierter Qualität sowie Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon.
Der Hanfverband ordnet das am 22.07.2026 so ein: Wer weiter Blüten nutzen will, kann das nur als Selbstzahler per Privatrezept. Ehemalige Blütenpatienten dürfen laut Absprache von KBV und GKV direkt auf einen Rezeptur-Extrakt umsteigen. Die Kassenübernahme war schon vorher an eine schwerwiegende Erkrankung ohne zumutbare Therapiealternative gebunden, und laut Grünhorn lehnten die Kassen rund ein Drittel der Anträge ab. Für die Kostenrechnung in diesem Artikel heißt das: Blüten aus der Apotheke sind seit dem 29.07.2026 für praktisch alle Selbstzahlerkosten.
Weg B: Eigenanbau nach dem KCanG
§ 9 Abs. 1 KCanG erlaubt Erwachsenen an ihrem Wohnsitz den privaten Eigenanbau von „insgesamt nicht mehr als drei Cannabispflanzen gleichzeitig". Das Cannabis daraus darfst du nicht weitergeben (§ 9 Abs. 2). Zuhause darfst du nach § 3 Abs. 2 bis zu 50 g getrocknetes Cannabis und drei lebende Pflanzen besitzen, unterwegs 25 g. Nach § 10 musst du Pflanzen und Ernte vor dem Zugriff Dritter schützen, vor allem vor Kindern und Jugendlichen. Die Drei-Pflanzen-Grenze gilt laut BMG je volljähriger Person eines Haushalts.
Samen sind der legale Einstieg: § 4 KCanG erlaubt den Umgang mit Cannabissamen, die Einfuhr zum Eigenanbau aber nur aus EU-Staaten. Die BMG-FAQ ergänzt, dass Erwerb über das Internet und Versand nach Deutschland zulässig sind. Was das im Detail für dich bedeutet, steht auf unserer Seite Cannabissamen legal in Deutschland.
Die 50-g-Grenze ist die wichtigste Planungsgröße. Drei gut gewachsene Pflanzen können mehr liefern, als du zuhause besitzen darfst. Wer mehr als 60 g besitzt, macht sich nach § 34 Abs. 1 Nr. 1 KCanG strafbar. Deshalb rechnen wir unten mit einem Durchgang, der nach dem Trocknen um 50 g liefert, und nicht mit Maximalerträgen. Kleinere Töpfe, kompakte Autoflower-Sorten und ein gestaffelter Anbau halten dich im Rahmen. Wie ein kompletter Durchgang abläuft, zeigt unser Guide zum Cannabis Anbau.
Was kostet der Eigenanbau pro Gramm?
Die Zahlen stammen aus unserem Artikel Growbox für Anfänger: Ein Komplettset 80×80cm mit LED, Abluft und Filter kostet im September 2026 330 bis 350 €. Ein Autoflower-Durchgang über 10 Wochen bei 18 Stunden Licht verbraucht rund 256 kWh, bei 0,35 € pro kWh etwa 90 € Strom. Samen kosten bei uns 11,90 € für 3 Stück. Für Erde, Töpfe und Dünger setzen wir 50 € an, das ist eine Schätzung und je nach Marke variabel.
| Posten | Einmalig | Pro Durchgang |
|---|---|---|
| Growbox-Komplettset 80×80cm | 340 € | 0 € |
| Strom, 10 Wochen Autoflower | 0 € | 90 € |
| 3 Samen | 0 € | 12 € |
| Erde, Töpfe, Dünger (Schätzung) | 0 € | 50 € |
| Summe | 340 € | 152 € |
Ertrag ehrlich: Unser Anbau-Guide nennt für Autoflower indoor 30 bis 80 g pro Pflanze. Im Forum Cannabisanbauen.net lagen erste Grows deutlich darunter: 22 bis 33 g pro Pflanze gelten dort als „für Autos am Anfang machbar", ein Grower erntete beim ersten Mal 230 g von vier Pflanzen, ein anderer 92 g von fünf. Drei Pflanzen bringen also beim ersten Versuch realistisch 60 bis 150 g, bei Fehlern weniger. Weil du nur 50 g lagern darfst, rechnen wir mit 50 g pro Durchgang.
| Szenario | Kosten | Ertrag | Pro Gramm |
|---|---|---|---|
| 1 Durchgang mit Set | 492 € | 50 g | 9,84 € |
| 4 Durchgänge, Jahr 1 | 948 € | 200 g | 4,74 € |
| 4 Durchgänge, Jahr 2 | 608 € | 200 g | 3,04 € |
| Durchgang misslingt (20 g) | 152 € | 20 g | 7,60 € |
Der erste Durchgang ist teuer, weil die Box alles trägt. Ab dem vierten Durchgang liegt der Eigenanbau unter dem günstigsten Apothekenpreis, ab dem zweiten Jahr deutlich darunter. Dazu kommt Zeit: Gießen, Kontrollieren, Trocknen, 10 bis 14 Wochen pro Durchgang. Wer das nicht mag, ist in der Apotheke besser aufgehoben. Den Einstieg erklärt unsere Grow Anleitung für Einsteiger, die ersten Tage die Anleitung zum Keimen.
Northern Lights Automatic
Autoflower, 48 bis 53 Tage Blüte, 13 bis 16% THC laut Züchter. Bleibt klein, verzeiht Fehler und passt mit drei Pflanzen in ein 80×80cm-Set, ohne die 50-g-Grenze zu sprengen.
Jetzt ansehen →Weg C: Anbauvereinigung
Anbauvereinigungen bauen gemeinschaftlich an und geben nur an Mitglieder weiter: höchstens 25 g pro Tag und 50 g pro Monat, für 18- bis 20-Jährige 30 g mit maximal 10% THC (§ 19 Abs. 3 KCanG). Versand und Lieferung sind verboten (§ 19 Abs. 4), die Abgabe findet persönlich im Club statt. Die Satzung muss eine Mindestmitgliedschaft von drei Monaten vorsehen, und jede Person darf nur in einem Club Mitglied sein.
Die Kosten legen die Vereine selbst fest. In unserem Artikel zur Anbauvereinigung und Cannabis Social Club haben wir Satzungen und Forenberichte ausgewertet: verbreitet sind 18 bis 30 € Grundbeitrag im Monat, eine Aufnahmegebühr um 25 € und eine Umlage um 7 € pro Gramm. Bei 10 g im Monat landest du bei rund 100 €, also 10 € pro Gramm, bei 30 g bei rund 240 € oder 8 € pro Gramm. Dafür entfallen Equipment, Strom und Arbeit, und der Club muss nach § 18 Stichproben auf Schadstoffe nehmen.
Kosten pro Gramm über 12 Monate im Vergleich
Damit die drei Wege vergleichbar werden, nehmen wir einen Bedarf von 200 g im Jahr, das sind knapp 17 g im Monat. Für die Apotheke rechnen wir ein Rezept pro Monat mit 15 € und Versand mit 7 €. Für den Club 30 € Grundbeitrag plus 7 € pro Gramm. Für den Eigenanbau vier Autoflower-Durchgänge zu je 50 g.
| Weg | Kosten im Jahr | Pro Gramm |
|---|---|---|
| Eigenanbau, Jahr 1 mit Set | 948 € | 4,74 € |
| Eigenanbau, Jahr 2 | 608 € | 3,04 € |
| Apotheke, günstige Blüten 3,50 € | 964 € | 4,82 € |
| Apotheke, mittlere Blüten 6,50 € | 1.564 € | 7,82 € |
| Anbauvereinigung | 1.760 € | 8,80 € |
Das Ergebnis überrascht viele: Im ersten Jahr liegen Eigenanbau und günstige Apothekenblüten fast gleichauf. Der Unterschied entsteht ab dem zweiten Jahr und bei mittleren Apothekenpreisen. Wer nur wenige Gramm im Monat braucht, fährt mit der Apotheke oft günstiger, weil 340 € Equipment sich erst über Menge amortisieren. Wer regelmäßig 15 g und mehr im Monat verbraucht und Zeit hat, spart mit dem Eigenanbau. Die Rechnung gilt für Selbstzahler; wer als Patient einen Extrakt über die Kasse bekommt, rechnet anders.
Qualität: Laborwerte gegen Frische und Sortenwahl
Apotheke: Medizinalcannabis stammt aus staatlich kontrolliertem Anbau (§ 2 Nr. 1 MedCanG), jede Charge kommt mit geprüftem THC- und CBD-Gehalt, Grenzwerten für Schadstoffe und Mikroorganismen und einem Verwendbarkeitsdatum. Das BMG nennt für 2024 einen durchschnittlichen THC-Gehalt von 19,7%, rund die Hälfte der Blüten liegt über 25%. Was diese Zahlen bedeuten, erklärt unser Artikel THC erklärt.
Eigenanbau: Du wählst die Sorte, den Dünger und den Erntezeitpunkt selbst und hast frische Blüten ohne monatelange Lieferkette. Dafür fehlt das Labor: Den THC-Gehalt kennst du nur aus der Züchterangabe, Schimmel oder Rückstände erkennst du selbst oder gar nicht. Im Forum berichten Grower beides: Manche finden ihr eigenes Gras besser als „fast alles aus der Apo", andere loben günstige Apothekensorten mit 22 bis 25% THC. Sortenwahl ist beim Eigenanbau der größte Vorteil, auch bei CBD-Dominanz, die es in der Apotheke selten gibt, siehe unsere CBD-dominanten Cannabissamen.
Club: dazwischen. Stichproben sind Pflicht, ein Infozettel mit THC-, CBD-Gehalt und Erntedatum liegt bei, Sortenwahl und Frische hängen vom Verein ab.
Critical
Feminisiert, 45 bis 50 Tage Blüte, 17 bis 19% THC laut Züchter. Liefert viel auf wenig Fläche, deshalb mit zwei statt drei Pflanzen oder kleineren Töpfen planen, damit die Ernte unter 50 g bleibt.
Jetzt ansehen →Was verboten bleibt
Das KCanG hat den Umgang mit Cannabis nicht freigegeben, sondern Ausnahmen geschaffen. § 2 Abs. 1 verbietet weiterhin Erwerb, Handel, Abgabe und Einfuhr. Erlaubt sind nach § 2 Abs. 3 nur Besitz in den Grenzen von § 3, Eigenanbau nach § 9 und die Anbauvereinigung. Daraus folgt:
- Kauf ohne Rezept: Es gibt keinen legalen Verkauf von Blüten an Erwachsene ohne ärztliche Verschreibung. Apotheken dürfen nur gegen Vorlage abgeben (§ 3 Abs. 2 MedCanG).
- Onlineshops und Versand: Laut BMG-FAQ bleiben „Versand, Lieferung und Onlinehandel von Cannabis" verboten. Wer dir Blüten ohne Rezept per Post anbietet, handelt illegal.
- Schwarzmarkt: Erwerb ist nach § 2 Abs. 1 Nr. 12 verboten, unabhängig von der Menge, und du weißt nichts über Streckmittel oder Pestizide.
- „Legale" THC-Gummies und Kekse: Edibles bleiben laut BMG verboten, auch aus Anbauvereinigungen, Details in unserem Edibles-Guide. HHC und ähnliche Stoffe fallen seit dem 27.06.2024 unter das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz, belegt im Artikel THC Gummibärchen.
- Mehr als drei Pflanzen oder mehr als 60 g: Straftat nach § 34 KCanG, bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe.
Rechtslage mit Paragraphen
| Regel | Norm | Inhalt |
|---|---|---|
| Verschreibung | § 3 Abs. 1 MedCanG | nur Ärztinnen und Ärzte, kein BtM-Rezept mehr |
| Abgabe | § 3 Abs. 2 MedCanG | nur Apotheke gegen Vorlage der Verschreibung |
| Falsche Angaben | § 25 Abs. 1 Nr. 1 MedCanG | strafbar, bis zu drei Jahre |
| Grundverbot | § 2 Abs. 1 KCanG | Erwerb, Handel, Abgabe, Einfuhr verboten |
| Besitz | § 3 KCanG | 25 g unterwegs, 50 g und 3 Pflanzen zuhause |
| Samen | § 4 KCanG | erlaubt, Einfuhr nur aus der EU |
| Eigenanbau | §§ 9, 10 KCanG | 3 Pflanzen, keine Weitergabe, Zugriffsschutz |
| Club-Abgabe | § 19 KCanG | 25 g pro Tag, 50 g pro Monat, kein Versand |
| Kasse | § 31 Abs. 6 SGB V | seit 29.07.2026 keine Blüten mehr |
Alle Normen sind auf gesetze-im-internet.de nachlesbar, Stand September 2026. Dieser Artikel ist keine Rechts- oder Gesundheitsberatung. Bei Fragen zu einer Therapie sprich mit deinem Arzt, bei Rechtsfragen mit einer Kanzlei.
Quellen
Amtliche Quellen zuerst, Preise mit Datum, Praxisaussagen nur dort, wo mindestens zwei unabhängige Quellen übereinstimmen.
- Konsumcannabisgesetz (KCanG): §§ 2, 3, 4, 9, 10, 19, 34
- Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG): §§ 2, 3, 4, 25
- BMG: FAQ zum Cannabisgesetz: Eigenanbau, Samen, Versandverbot, Edibles, GKV-Änderung zum 29.07.2026, THC-Durchschnitt 2024
- BfArM: FAQ Medizinisches Cannabis: Verschreibung auf normalem Rezept, Nabilon
- Deutscher Hanfverband: Cannabis als Medizin und Beitrag vom 22.07.2026 zu den GKV-Änderungen: Preisbildung nach AMPreisV, Telemedizin, Selbstzahler
- Grünhorn Apotheke: Live-Bestand mit Blütenpreisen, Versandkosten, Beitrag zur Kostenübernahme (26.11.2025), abgerufen 14.09.2026
- flowzz: Blütenpreise und Telemedizin-Vergleich, abgerufen 14.09.2026
- CannArzt Anbieterliste: Rezeptgebühren, Preise geprüft 14.09.2026
- Forum Cannabisanbauen.net: Threads „Apothekengras" (01/2026), „Cannabis aus der Apotheke" (02/2026), „Wie viel Ertrag würde ich grob erzielen?" und „Was für ein Ertrag könnte dabei rauskommen?"
- Eigene Artikel: Growbox für Anfänger (Set- und Strompreise, September 2026), Anbauvereinigung (Beiträge), Cannabis Anbau (Ertragsspannen)
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