Edibles: Wirkung, Dauer, Dosierung und Rechtslage erklärt
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Edibles sind Lebensmittel mit THC oder anderen Cannabinoiden, die du isst oder trinkst statt rauchst, auf Deutsch Esswaren oder Cannabis-Lebensmittel. Drei Zahlen entscheiden: Die Wirkung setzt nach 30 bis 90 Minuten ein, ist nach 2 bis 3 Stunden am stärksten und hält 4 bis 8 Stunden, bei hohen Dosen bis zu 12. Hier steht, was im Körper passiert, wie du in Milligramm dosierst, was du bei zu viel tust und was das KCanG erlaubt.
Dennis Andres · Seed Supplier Team
Wir verkaufen Cannabissamen, keine Edibles. Wirkung und Dauer stammen aus Studien (Grotenhermen 2003, Ohlsson 1980, Spindle 2020), die Rechtslage aus dem KCanG und der BMG-FAQ, die Praxis aus 14 Threads deutscher Grower. Studie, Gesetz und Praxis trennen wir im Text.
📋 In diesem Artikel
- Was sind Edibles? Definition und Bedeutung auf Deutsch
- Welche Edibles gibt es? Fünf Gruppen
- Wie Edibles im Körper wirken: Leber, First-Pass und 11-Hydroxy-THC
- Wie lange dauert es, bis Edibles wirken, und wie lange hält es?
- Edibles Dosierung: die mg-Stufen und die Rechnung
- Warum Überdosierungen bei Edibles so häufig sind
- Zu viel erwischt? Erste Hilfe bei einer Edibles-Überdosis
- Sind Edibles in Deutschland erlaubt? Die Rechtslage nach KCanG
- Lagerung: Haltbarkeit, Beschriftung, Kinder und Haustiere
- Welche Sorten eignen sich für Edibles?
- Quellen
- Häufige Fragen zu Edibles
- Definition: Lebensmittel oder Getränke mit THC oder CBD. Das THC muss durch Hitze aktiviert und in Fett oder Alkohol gelöst sein.
- Eintritt: 30 bis 90 Minuten, auf leeren Magen schneller. Rauchen: Sekunden bis Minuten.
- Maximum und Dauer: nach 2 bis 3 Stunden am stärksten, Wirkung 4 bis 8 Stunden, bei hohen Dosen bis 12 (Grotenhermen 2003).
- Warum anders: Die Leber wandelt THC in 11-Hydroxy-THC um, das selbst psychoaktiv ist und länger wirkt.
- Dosis: 2,5 bis 5 mg zum Einstieg, 10 mg ist in Kanada das Maximum pro Packung, ab 20 mg stark sedierend. Frühestens nach 2 Stunden nachlegen.
- Recht: Eigenanbau und Besitz erlaubt (§§ 3, 9 KCanG), Verkauf, Weitergabe und Versand verboten. Ab 3,5 ng/ml THC im Blut droht ein Fahrverbot.
Was sind Edibles? Definition und Bedeutung auf Deutsch
Das Wort kommt aus dem Englischen: edible heißt essbar. In der Cannabisszene sind Edibles alle Lebensmittel und Getränke, die Cannabinoide enthalten, in erster Linie THC. Auf Deutsch sagt man Esswaren, Cannabis-Lebensmittel oder einfach Space Cookies und Brownies. Gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Du nimmst den Wirkstoff über den Magen auf statt über die Lunge.
Ein Edible ist nicht einfach ein Keks mit zerbröselten Blüten. Rohes Cannabis enthält THC vor allem als Säureform THCA, die kaum berauscht. Erst Hitze macht daraus aktives THC, und erst Fett oder Alkohol lösen es so, dass dein Körper es aufnimmt. Deshalb steht am Anfang fast jedes Edibles eine Cannabis Butter oder ein Cannabisöl. Wie THC grundsätzlich wirkt, erklärt unser THC-Guide. Warum essen statt rauchen? Kein Rauch, kein Geruch, eine Wirkung über einen ganzen Abend. Eine Nutzerin im Forum nennt es den schöneren, längeren Rausch, dem nur der Kick fehle, weil er sich einschleicht. Genau das ist die größte Gefahr.
Welche Edibles gibt es? Fünf Gruppen
In Colorado machten Edibles 2014 rund 45% aller Cannabisverkäufe aus. In Deutschland gibt es keinen legalen Verkauf, deshalb dreht sich hier fast alles um Selbstgemachtes aus der eigenen Ernte. Fünf Gruppen decken die Praxis ab:
- Backwaren: Brownies, Kekse, Kuchen. Cannabutter oder Kokosöl ersetzt im Rezept die normale Butter. Unsere Anleitung: Cannabis Kekse und Space Cookies.
- Gummis und Bonbons: In Nordamerika die Nummer eins, in deutschen Apotheken mit 5 und 10 mg THC auf Rezept. Zu Hause brauchst du Öl plus Lecithin oder eine Tinktur: THC Gummibärchen selber machen.
- Schokolade: Tafeln und Pralinen mit Kakaobutter oder Cannabutter. Überdeckt den Grasgeschmack, verlangt aber gleichmäßiges Rühren.
- Getränke: Tee, Kakao, Sirup. Reiner Blütentee wirkt kaum, weil THC nicht wasserlöslich ist, es braucht Fett oder Lecithin.
- Öl, Kapseln, Tinktur: Cannabisöl in Kokos- oder Olivenöl, Kapseln daraus oder ein Alkoholauszug. Am einfachsten zu dosieren, wenn du den Gehalt kennst.
Vollständige Rezepte mit Mengen und Rechner findest du in den drei verlinkten Artikeln, dieser Hub bleibt bei den Grundlagen, die für alle Gruppen gelten.
Wie Edibles im Körper wirken: Leber, First-Pass und 11-Hydroxy-THC
Beim Rauchen geht THC über die Lunge direkt ins Blut und in Sekunden ins Gehirn. Beim Essen nimmt es den Umweg über Magen, Darm und Leber. Dort wird ein großer Teil des THC verändert, bevor es im Kreislauf ankommt, Pharmakologen nennen das den First-Pass-Effekt. Dabei entsteht 11-Hydroxy-THC, ein Stoffwechselprodukt, das selbst an die Cannabinoid-Rezeptoren bindet und psychoaktiv ist.
Belegt ist das seit 1972: Lemberger und Kollegen gaben Probanden 11-Hydroxy-THC direkt in die Vene und sahen Wirkungen über mehrere Stunden. Ihr Schluss: THC wird im Menschen in das 11-Hydroxy-Produkt umgewandelt, und dieses trägt einen wesentlichen Teil der Wirkung. Beim Rauchen entsteht davon wenig, beim Essen deutlich mehr. Deshalb fühlt sich ein Brownie körperlicher, schwerer und länger an als ein Joint mit derselben THC-Menge.
Gleichzeitig kommt beim Essen wenig THC im Blut an. Ohlsson und Kollegen maßen 1980 nach einem THC-Keks eine systemische Verfügbarkeit von 6 ± 3%, nach dem Rauchen 18 ± 6%. Trotzdem kam die Wirkung nach dem Keks nicht schwächer, sondern langsamer, länger und bei viel niedrigeren Blutspiegeln.
Ein Edible mit 10 mg THC ist keine „schwache" Dosis, weil „nur 6% ankommen". Über 11-Hydroxy-THC erzeugen kleine Mengen eine lange, tiefe Wirkung. Für Edibles gelten eigene Dosisstufen in Milligramm, nicht die Erfahrung aus dem Joint.
Wie lange dauert es, bis Edibles wirken, und wie lange hält es?
Die verlässlichsten Zahlen liefert die Übersichtsarbeit von Franjo Grotenhermen aus 2003, bis heute die Standardreferenz. Nach oraler Aufnahme setzt die Wirkung mit einer Verzögerung von 30 bis 90 Minuten ein, erreicht ihr Maximum nach 2 bis 3 Stunden und hält je nach Dosis etwa 4 bis 12 Stunden. Beim Inhalieren beginnt sie in Sekunden bis Minuten, ist nach 15 bis 30 Minuten am stärksten und klingt in 2 bis 3 Stunden ab.
| Merkmal | Rauchen, Vaporizer | Edibles |
|---|---|---|
| Wirkungseintritt | Sekunden bis Minuten | 30 bis 90 Minuten |
| Maximum | nach 15 bis 30 Minuten | nach 2 bis 3 Stunden |
| Dauer | 2 bis 3 Stunden | 4 bis 8 Stunden, bis 12 bei hoher Dosis |
| THC im Blut | Spitze in Minuten, hoch | Spitze nach 1,5 bis 2 Stunden, niedrig |
| Wirkstoff | vor allem Delta-9-THC | THC plus viel 11-Hydroxy-THC |
| Steuerbarkeit | Zug für Zug | nur über die Portion vorab |
Eine Brownie-Studie bestätigt den Verlauf im Blut: Spindle und Kollegen gaben 2020 17 Erwachsenen Brownies mit 10, 25 oder 50 mg THC. THC und 11-Hydroxy-THC erreichten nach 1,5 bis 2 Stunden ihren Höchstwert und lagen nach 8 Stunden meist wieder am Ausgangsniveau. Frauen hatten höhere Spitzenwerte, zum Teil wegen des geringeren Körpergewichts.
Drei Dinge verschieben den Eintritt: Ein voller Magen verzögert, ein leerer beschleunigt. Fettreiche Edibles wirken gleichmäßiger als Getränke. Und wer im Forum mit Lecithin emulgiert, berichtet von 20 bis 30 Minuten, das ist Praxis, keine Studie.
Edibles Dosierung: die mg-Stufen und die Rechnung
Edibles dosierst du in Milligramm THC pro Portion, nicht in Gramm Blüten. Wo Edibles legal verkauft werden, gibt es feste Grenzen: In Kanada darf eine Packung höchstens 10 mg THC enthalten (Cannabis Regulations, § 102.7). Deutsche Apotheken geben Fruchtgummis mit 5 und 10 mg auf Rezept ab. Ärzte raten zu niedrigem Start, langsamer Steigerung über bis zu zwei Wochen und höchstens 30 mg THC pro Tag (MacCallum und Russo 2018).
| THC pro Portion | Stufe | Was du spürst | Für wen |
|---|---|---|---|
| 2,5 mg | Mikrodosis | kaum spürbar bis leicht entspannend | Erstkonsum, geringes Körpergewicht |
| 5 mg | Einsteiger | erste deutliche Wirkung, leichter Rausch | Einsteiger, Testdosis für jede neue Butter |
| 10 mg | volle Portion | klarer Rausch über mehrere Stunden | Gelegenheitskonsum mit Erfahrung |
| 20 mg | hohe Dosis | stark sedierend, Herzrasen und Angst möglich | nur mit Toleranz, nicht allein |
| 50 mg und mehr | sehr hoch | Kontrollverlust, Übelkeit, stundenlange Angst möglich | niemand ohne hohe Toleranz |
Die Rechnung: 1 g Blüten mit 15% THC enthält rund 150 mg THC. 10 g davon in 250 g Butter ergeben rechnerisch 1.500 mg, also 6 mg pro Gramm Butter. Ein Brownie mit 10 g dieser Butter käme auf 60 mg, viel zu viel für Einsteiger; 20 Stücke mit je 5 g Butter liegen bei 30 mg. Den Dosierungsrechner mit Beispielen findest du im Cannabis Butter Rezept.
| THC-Gehalt der Blüten | mg THC pro Gramm | Portionen à 5 mg aus 1 g | Portionen à 10 mg aus 1 g |
|---|---|---|---|
| 10% | 100 mg | 20 | 10 |
| 15% | 150 mg | 30 | 15 |
| 20% | 200 mg | 40 | 20 |
| 25% | 250 mg | 50 | 25 |
Alle Werte sind Rechenwerte ohne Verluste. In der Praxis geht THC beim Erhitzen verloren, nicht alles wandert ins Fett, und der Breeder-Wert ist ein Bereich, keine Messung deiner Ernte. Grower im Forum nutzen deshalb eine Regel ohne Prozentwerte: etwa 0,1 g Blüten pro Portion, oder ein Viertel der Menge eines Joints. Wer bei 2,5 g Ernte 60 Kekse backen wollte, bekam den Rat: 25 Kekse à 0,1 g, „lieber schwächer und mehr essen als zu stark". Mit 0,2 g pro Keks landete ein anderer in einer „saftigen Überdosis".
Selbst im regulierten US-Markt stimmte die Deklaration nicht: Von 75 getesteten Edibles waren 2015 nur 17% korrekt beschriftet, 60% enthielten weniger THC als angegeben, 23% mehr (Vandrey et al., JAMA). Deine eigene Butter kennst du noch weniger genau. Die einzige verlässliche Methode ist der Test: kleine Portion, 2 Stunden warten, notieren, beim nächsten Mal anpassen.
Warum Überdosierungen bei Edibles so häufig sind
Barrus und Kollegen bringen es auf einen Satz: Der auffälligste Unterschied zwischen Essen und Inhalieren ist der verzögerte Eintritt, und Konsumenten nehmen oft mehr, als sie wollten, bevor die erste Dosis wirkt. Im Forum: ein Stück Brownie, nach einer halben Stunde nichts, also ein zweites Stück und ein Blunt, Ergebnis „noch nie so dicht wie an dem Tag". Vier Fehler tauchen immer wieder auf:
- Nachlegen vor der Zeit. 30 Minuten sind bei Edibles nichts. Frühestens nach 2 Stunden entscheiden, dann höchstens die halbe Erstdosis.
- Falsche Temperatur beim Aktivieren. Ein Grower maß, dass sein Ofen beim Nachheizen auf 140°C überschoss, obwohl 100°C eingestellt waren. Seine Butter war jahrelang schwächer als gedacht. Mit konstanten 110°C im Kontaktgrill waren die Kekse plötzlich überdosiert. Wer die Methode wechselt, testet neu.
- Ungleiche Portionen. Wer die Butter nicht gleichmäßig verrührt oder ungleich schneidet, hat in einem Stück 5 mg und im nächsten 25 mg. Gleiche Größe, am besten wiegen.
- Körpergewicht ignorieren. Eine Nutzerin mit 47 kg beschrieb nach einem einzigen Gummi Herzrasen und das Gefühl, „nicht in der Realität zu leben". Leichte Personen erreichen laut Spindle 2020 höhere Blutspiegel.
Auch bereits verdampftes Material (AVB) ist durch den Vaporizer schon decarboxyliert: 0,2 g im Joghurt reichten einem erfahrenen Grower für die Frage, „wann diese Welle endlich wieder aufhört".
Zu viel erwischt? Erste Hilfe bei einer Edibles-Überdosis
Eine THC-Überdosis ist sehr unangenehm, aber bei gesunden Erwachsenen nicht lebensbedrohlich. Die häufigsten akuten Folgen sind laut Grotenhermen 2003 Angst und Panik, schnellerer Puls und Blutdruckveränderungen, das BMG nennt zusätzlich Orientierungslosigkeit und verminderte Reaktionsfähigkeit. Alles davon vergeht, bei Edibles aber in Stunden, nicht in Minuten.
| Was du merkst | Was du tust | Wann du Hilfe holst |
|---|---|---|
| Herzrasen, Schwitzen, Unruhe | hinlegen oder hinsetzen, ruhig atmen, Wasser trinken, jemanden dazuholen | bei Brustschmerz oder wenn es nach einer Stunde Ruhe schlimmer wird |
| Angst, Panik, Gedankenkreisen | ruhiger Raum, gedämpftes Licht, jemand bleibt dabei und erinnert: Das ist die Dosis, es vergeht | wenn die Person sich oder andere gefährdet |
| Übelkeit, Schwindel, Erbrechen | stabile Seitenlage, kleine Schlucke Wasser, kein Alkohol | bei anhaltendem Erbrechen oder Kollaps |
| Bewusstlosigkeit, Krampf, Atemprobleme | stabile Seitenlage, nicht allein lassen | sofort 112 |
| Kind oder Haustier hat gegessen | Rest des Edibles sichern, Menge und Zeit notieren | immer: Giftnotruf deines Bundeslandes oder 112, Tierarzt |
Nichts „dagegen" nehmen: kein Alkohol, keine Beruhigungsmittel, kein weiteres Cannabis. Hausmittel wie Pfeffer, Zitrone oder CBD sind nicht belegt. Autofahren, Baden und Herd fallen für den Rest des Tages aus. Wer Herzprobleme, eine Psychose in der Vorgeschichte oder eine Schwangerschaft hat, lässt Edibles ganz.
Sind Edibles in Deutschland erlaubt? Die Rechtslage nach KCanG
Das KCanG nennt Edibles nicht beim Namen, regelt sie aber mit: „Cannabis" umfasst laut § 1 Nr. 8 Pflanzen, Blüten, Harz „und Zubereitungen aller vorgenannten Stoffe". Ein Brownie mit Cannabutter ist rechtlich also Cannabis, mit allen Grenzen, die dafür gelten:
| Frage | Regel | Quelle |
|---|---|---|
| Eigene Ernte für den Eigenkonsum verarbeiten | Besitz von 50 g zu Hause und drei Pflanzen ist erlaubt; das Verarbeiten der eigenen Ernte ist nicht ausdrücklich geregelt, siehe unten | §§ 3, 9 KCanG |
| Edibles kaufen oder verkaufen | Handel, Abgabe, Versand und Onlinehandel sind verboten; das BMG schreibt ausdrücklich, Edibles bleiben verboten | § 2 Abs. 1, § 19 Abs. 4 KCanG, BMG-FAQ |
| Edibles aus dem Cannabis Social Club | Nein. Anbauvereinigungen dürfen nur „in Reinform als Marihuana oder Haschisch" weitergeben | § 19 Abs. 1 KCanG |
| Freunden einen Keks geben | Weitergabe ist verboten und strafbar, auch unentgeltlich | § 9 Abs. 2, § 34 Abs. 1 KCanG |
| Edibles unterwegs | Höchstens 25 g Cannabis; Konsum nicht vor Minderjährigen, nicht in Sichtweite von Schulen, Spielplätzen und Sportstätten, in Fußgängerzonen nicht zwischen 7 und 20 Uhr | § 3 Abs. 1, § 5 KCanG |
| Autofahren | Ab 3,5 ng/ml THC im Blutserum Ordnungswidrigkeit, bis 3.000 Euro Bußgeld, bis 5.000 Euro mit Alkohol | § 24a StVG |
Zwei Punkte sind nicht abschließend geklärt. Erstens verbietet § 2 Abs. 2 KCanG die Extraktion von Cannabinoiden aus der Pflanze. Ob das Ausziehen von THC in Butter darunter fällt oder eine erlaubte Zubereitung ist, hat nach unserem Wissen kein Gericht entschieden; selbst die Präventionsseite dassuchtportal.de schreibt, Rezepte für den Eigenkonsum seien „nicht explizit untersagt". Zweitens nennt das Gesetz das Trockengewicht nur für Pflanzenmaterial, wie ein Brownie auf die 50 g angerechnet wird, steht nirgends. Notiere deshalb die Gramm Blüten in der Butter und bleib mit Blüten plus Butter unter der Grenze.
Was ist mit Shops, die „THC Edibles" verkaufen? Apotheken-Plattformen geben Gummis mit 5 oder 10 mg THC nur auf Rezept ab, das ist Medizinalcannabis. Andere Shops verkaufen aus dem EU-Ausland „legale" Gummis, weil der THC-Gehalt unter 0,3% liege. Diese Grenze gilt laut § 1 Nr. 9 KCanG aber nur für Nutzhanf, dessen Verkehr „einen Missbrauch zu Rauschzwecken" ausschließt, und ein Gummi mit 10 mg THC ist zum Berauschen gemacht. Dazu kommt die Warnung des Suchtportals vor halbsynthetischen Cannabinoiden wie HHC. Als Grower weißt du, was in deiner Butter ist. Was für Samen gilt, steht unter Cannabissamen legal in Deutschland.
Seit 2024 gilt ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum. Nach Brownies lagen die Blutwerte bei Spindle 2020 erst nach etwa 8 Stunden wieder am Ausgangsniveau, die Wirkung kann bis zu 12 Stunden anhalten. Am Konsumtag fährst du nicht, am nächsten Morgen nur, wenn du dich völlig klar fühlst.
Lagerung: Haltbarkeit, Beschriftung, Kinder und Haustiere
Ein Edible sieht aus wie ein Keks, und genau das ist das Problem. US-Giftnotrufzentralen meldeten 2017 bis 2021 insgesamt 7.043 Vergiftungen von Kindern unter sechs Jahren durch Edibles, die Fälle stiegen von 207 auf 3.054 pro Jahr, ein Plus von 1.375%. 97,7% passierten zu Hause, 22,7% der Kinder kamen ins Krankenhaus (Tweet et al., Pediatrics 2023). Mögliche Folgen laut Suchtportal: Krampfanfälle und Atemdepression.
- Getrennt und verschlossen: nie in der normalen Keksdose, sondern in einem eigenen, am besten abschließbaren Behälter außer Reichweite von Kindern.
- Beschriften: Datum, Sorte, Gramm Blüten in der Butter und mg THC pro Stück.
- Haustiere: Hunde reagieren auf THC mit Zittern, Desorientierung und Kreislaufproblemen. Bei Verdacht sofort zum Tierarzt.
- Gäste: Wer bei dir isst, muss wissen, was drin ist.
| Produkt | Raumtemperatur | Kühlschrank | Tiefkühler |
|---|---|---|---|
| Cannabutter, luftdicht | nicht empfohlen | 2 bis 3 Wochen | 6 Monate, Grower berichten von über einem Jahr |
| Cannabisöl (Kokos, Olive) | dunkel, besser kühl | 1 bis 2 Monate | 6 Monate |
| Brownies, Kekse | 5 bis 7 Tage | 2 Wochen, Grower berichten von Monaten | portioniert möglich |
Praxis aus dem Forum: Butter in 10 g Würfel schneiden, einzeln einfrieren, nach Bedarf auftauen, so bleibt die Dosis pro Würfel bekannt. Wärme, Licht und Luft bauen THC langsam ab. Details zur Haltbarkeit stehen im Butter-Artikel, für Gummis im Gummibärchen-Artikel.
Welche Sorten eignen sich für Edibles?
Für Edibles zählt weniger das Aroma als der berechenbare THC-Gehalt und die Menge. Terpene gehen beim stundenlangen Ausziehen zum Teil verloren, was sie sonst leisten, erklärt unser Terpen-Guide. Zwei Wege haben sich bewährt: eine ertragreiche Sorte, die viel Material für Butter liefert, oder eine milde Sorte, mit der die Rechnung für Einsteiger entspannter ausfällt.
Critical
Feminisiert, 45 bis 50 Tage Blüte, 80 bis 110cm indoor, 17 bis 19% THC. Ertragreicher Indica-Klassiker, dessen Popcorn-Buds und Trimm sich für Cannabutter lohnen. 1 g mit 17% ergibt rund 170 mg THC, also 34 Portionen à 5 mg.
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Northern Lights Automatic
Autoflower, 48 bis 53 Tage von Samen bis Ernte, 70 bis 110cm, 13 bis 16% THC. Der niedrigere Gehalt macht die Rechnung gnädiger: 1 g mit 13% ergibt rund 130 mg THC. Robuste Genetik, auch für den Balkon.
Jetzt ansehen →Sauber getrocknete Blüten sind die Basis, feuchtes Material verfälscht jede Gewichtsrechnung: Cannabis trocknen und curen. Wer noch nicht angebaut hat, startet mit dem Cannabis Anbau Guide. Die Auswahl: feminisierte Cannabissamen und Autoflower Samen.
Quellen
Studienwerte aus PubMed-Abstracts, Recht aus Gesetzestext und BMG-FAQ, Praxis aus 14 Forenthreads mit über 90.000 Aufrufen.
- Grotenhermen F. (2003), Clin Pharmacokinet: Eintritt, Maximum, Dauer, Nebenwirkungen
- Ohlsson A. et al. (1980), Clin Pharmacol Ther: Verfügbarkeit oral und geraucht
- Lemberger L. et al. (1972), Science: 11-Hydroxy-THC beim Menschen
- Huestis M.A. (2007), Chem Biodivers: Human cannabinoid pharmacokinetics
- Spindle T.R. et al. (2020), J Anal Toxicol: Blutwerte nach Brownies
- Vandrey R. et al. (2015), JAMA: Deklaration von 75 Edibles
- Tweet M.S. et al. (2023), Pediatrics: Vergiftungen bei Kindern
- MacCallum C.A., Russo E.B. (2018), Eur J Intern Med: Dosierung
- Barrus D.G. et al. (2016), RTI Press: Tasty THC
- KCanG: §§ 1, 2, 3, 5, 9, 19, 34
- § 24a StVG: THC-Grenzwert
- BMG, FAQ Cannabisgesetz: Edibles und Onlinehandel
- Cannabis Regulations Kanada, § 102.7: 10 mg pro Packung
- Forum Cannabisanbauen.net: 14 Threads zu Edibles und Butter
Häufige Fragen zu Edibles
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