Makroaufnahme eines goldenen Cannabisextrakts auf Backpapier, passend zum Thema Rick Simpson Oil.

Rick Simpson Oil selbst herstellen: Anleitung, Richtwerte und alles Wichtige

Rick Simpson Oil ist ein hochkonzentriertes Cannabisextrakt, das du mit wenigen Hilfsmitteln aus deinen eigenen Blüten herstellen kannst. Hier findest du eine fundierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, Tipps zur Auswahl der Sorten und Hinweise zu typischen Fehlern.

📖 7 Min Lesezeit🔄 Aktualisiert: 18. Juni 2026✓ Geprüft von der Seed Supplier Redaktion
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Seed Supplier Team

Wir sind Grower mit über 10 Jahren Erfahrung und Goldsponsor beim Deutschen Hanfverband. Über 100 Sorten im Sortiment, direkt von Breedern aus Europa und den USA. Jeder Artikel basiert auf eigener Anbaupraxis und geprüften Quellen.

Rick Simpson Oil ist ein besonders potentes Cannabisextrakt, das unter Eigenanbauern seit Jahren für seine hohe Konzentration an Wirkstoffen geschätzt wird. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du RSO aus deinen selbst angebauten Pflanzen herstellst, worauf du beim Prozess achten solltest und wie du typische Fehler vermeidest. Dieser Artikel richtet sich an Erwachsene, die in Deutschland legal bis zu drei Pflanzen anbauen und deren Ernte für den Eigenbedarf weiterverarbeiten möchten.

Getrocknete Cannabisblüten in einem Bügelglas, ideal zur Lagerung von RSO-Ausgangsmaterial.

Was ist Rick Simpson Oil und wie entstand es?

Rick Simpson, ein kanadischer Aktivist, entwickelte Anfang der 2000er-Jahre ein dickflüssiges Cannabis-Vollspektrumextrakt, das heute als Rick Simpson Oil (RSO) bekannt ist. Im Unterschied zu anderen Extrakten wie Haschisch oder Kief basiert RSO auf einer Lösungsmittel-Extraktion, bei der nahezu alle fettlöslichen Bestandteile der Pflanze, darunter Cannabinoide, Terpene, Chlorophyll, Wachse und Flavonoide, herausgelöst werden.

Das Resultat ist ein dunkelgrünes bis schwarzes, zähflüssiges Öl mit intensivem Pflanzengeschmack. Der THC-Gehalt hängt von Sorte und Qualität der Blüten ab, liegt aber meist sehr hoch. Damit zählt RSO zu den stärksten Cannabisprodukten, die du zu Hause herstellen kannst. Wer seine eigenen Blüten verarbeitet, erhält ein Extrakt, das den gesamten Wirkstoffkomplex der Pflanze enthält.

Welches Ausgangsmaterial eignet sich für Rick Simpson Oil?

Die Qualität deines RSO steht und fällt mit dem verwendeten Pflanzenmaterial. Je harzreicher die Blüten, desto konzentrierter und ertragreicher wird das Öl. Besonders geeignet sind Indica-dominante oder Indica-Sativa-Hybride mit hohem THC-Gehalt. Auch Autoflowering-Sorten funktionieren, liefern aber oft etwas weniger Harz pro Gramm.

Als grober Richtwert: Aus 30 Gramm getrockneten, hochwertigen Blüten erhältst du je nach Sorte und Harzgehalt etwa 3 bis 5 Gramm Öl. Trimmmaterial und Blätter enthalten deutlich weniger Cannabinoide und führen zu geringerer Ausbeute sowie mehr Chlorophyll im Endprodukt.

Bei Seed Supplier findest du gezielt harzreiche Sorten, die sich optimal für die Extraktherstellung eignen. Achte bei der Auswahl auf Sorten mit hoher Harzproduktion und möglichst hohem Cannabinoidgehalt.

Das richtige Equipment für die Herstellung

Bereite alle Materialien vor, bevor du beginnst. Da du mit Lösungsmitteln arbeitest, ist ein kontrollierter Ablauf wichtig. Du benötigst:

  • Getrocknete, gut gecurte Blüten (idealerweise nur Blüten)
  • Isopropylalkohol (mindestens 99% Reinheit) oder lebensmittelechten Ethanol
  • Ein großes Glasgefäß (mindestens 1 Liter)
  • Feinmaschiges Metallsieb oder mehrere Lagen Käsetuch
  • Flache Edelstahlpfanne oder Pyrex-Glasschale
  • Elektrische Heizplatte (keine offene Flamme, kein Gasherd)
  • Silikonunterlage oder Silikonschaber
  • Einwegspritzen ohne Nadel (5 ml oder 10 ml)
  • Schutzhandschuhe und gute Belüftung

Rick Simpson Oil herstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ausgangsmaterial vorbereiten

    Stelle sicher, dass dein Pflanzenmaterial vollständig trocken und idealerweise mindestens zwei Wochen gecurt ist. Feuchte Blüten verlängern den Prozess und verschlechtern die Qualität.

  2. Erster Waschgang mit Alkohol

    Gib die Blüten in ein großes Glasgefäß und bedecke sie vollständig mit Alkohol. Rühre das Material etwa 3 Minuten lang um. Filtere die Flüssigkeit durch ein Sieb oder Käsetuch in eine saubere Schüssel.

  3. Optionaler zweiter Waschgang

    Wiederhole den Vorgang mit frischem Alkohol, um weitere Cannabinoide zu extrahieren. Die Ausbeute steigt, aber auch der Chlorophyllanteil.

  4. Alkohol verdampfen

    Gieße die gefilterte Flüssigkeit in eine flache Pfanne oder Glasschale und stelle sie auf eine elektrische Heizplatte. Erhitze bei niedriger Stufe, bis der Alkohol verdampft ist und das Öl dickflüssig wird. Rühre regelmäßig um.

  5. Restlösungsmittel entfernen

    Fülle das zähflüssige Öl in eine kleinere Schale und erhitze es weitere 15 bis 20 Minuten bei niedriger Temperatur, bis keine Blasen mehr aufsteigen.

  6. Abfüllen und lagern

    Fülle das noch warme Öl mit einem Silikonschaber in Einwegspritzen. Lasse es abkühlen und bewahre es luftdicht verschlossen im Kühlschrank oder Tiefkühler auf.

Lösungsmittel: Isopropylalkohol oder Ethanol?

Die Wahl des Lösungsmittels beeinflusst Qualität und Sicherheit deines Öls. Ethanol in Lebensmittelqualität ist für die orale Einnahme die beste Wahl. Isopropylalkohol ist günstiger, muss aber vollständig entfernt werden, da Rückstände gesundheitsschädlich sein können.

Eigenschaft Isopropylalkohol (99%) Ethanol (food-grade)
Verfügbarkeit Apotheke, Drogerie Apotheke, Spirituosenhändler
Kosten Günstig Etwas teurer
Geschmack im Endprodukt Etwas schärfer Neutraler
Toxizität bei Rückständen Höheres Risiko Gering bei food-grade
Empfehlung Nur bei vollständiger Entfernung Bevorzugte Wahl

Häufige Fehler vermeiden

Lagerung und Haltbarkeit von RSO

Fertig hergestelltes Rick Simpson Oil ist bei richtiger Lagerung sehr stabil. Wärme, Licht und Sauerstoff beschleunigen den Abbau von Cannabinoiden und Terpenen. In einer luftdicht verschlossenen Spritze im Kühlschrank (4 bis 8 Grad Celsius) hält sich das Öl mehrere Monate. Im Tiefkühler ist die Haltbarkeit noch länger. Vor der Verwendung sollte das Öl auf Raumtemperatur gebracht werden, damit es besser dosierbar ist. Notiere Sorte und Herstellungsdatum auf der Spritze, um später die Stärke und Lagerzeit besser einschätzen zu können.

Decarboxylierung: Ist sie bei RSO notwendig?

Beim Erhitzen während des Verdampfungsschritts findet bereits eine Teildecarboxylierung statt. Wer das Öl oral einnehmen möchte, kann zur vollständigen Aktivierung der Cannabinoide das fertige Öl zusätzlich für etwa 30 Minuten bei 110 Grad Celsius im Backofen erhitzen. Dieser Schritt ist optional, aber empfehlenswert, wenn du maximale Aktivierung wünschst.

Cannabissamen in einer kleinen Glasschale auf Holz, geeignet für den Eigenanbau und die Herstellung von Rick Simpson Oil.

Dosierung: Weniger ist mehr

RSO ist extrem konzentriert. Starte mit einer reiskorngroßen Menge. Da der genaue THC-Gehalt im Heimbereich nicht exakt bestimmbar ist, taste dich langsam an die für dich passende Dosis heran. Die Wirkung setzt bei oraler Einnahme verzögert ein (oft nach 1 bis 2 Stunden) und hält lange an. Warte immer die volle Wirkung ab, bevor du nachdosierst.

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Häufige Fragen

Kann ich für die Herstellung auch Trimmmaterial oder Blätter verwenden?

Ja, das ist möglich. Zuckerblätter mit sichtbarem Harzanteil eignen sich gut als Ergänzung zu Blüten oder als alleiniges Ausgangsmaterial. Reine Fanblätter ohne Harz liefern dagegen kaum Cannabinoide und produzieren vor allem ein sehr chlorophyllhaltiges Öl mit niedrigem Wirkstoffgehalt. Die Ausbeute pro Gramm ist bei reinen Blüten deutlich höher.

Wie lange muss das Ausgangsmaterial trocken sein, bevor ich es verarbeite?

Das Material sollte vollständig trocken sein, also nach der Haupttrocknung und idealerweise nach einem Curing von mindestens zwei bis vier Wochen. Zu feuchtes Material verlängert den Verdampfungsprozess und kann das Endprodukt beeinträchtigen.

Was ist der Unterschied zwischen RSO und CBD-Öl aus dem Handel?

Rick Simpson Oil ist ein THC-basiertes Vollspektrumextrakt aus hochprozentigem Cannabis. CBD-Öle aus dem Handel werden meist aus Hanf mit sehr niedrigem THC-Gehalt hergestellt. RSO enthält den gesamten Wirkstoffkomplex der Pflanze und hat einen deutlich höheren THC-Anteil. Die Herstellung zu Hause ist in Deutschland seit dem KCanG für Erwachsene aus selbst angebauten Pflanzen für den Eigengebrauch erlaubt.

Welches Lösungsmittel sollte ich bevorzugt verwenden?

Lebensmittelechter Ethanol aus der Apotheke ist die beste Wahl für ein Produkt, das oral eingenommen werden soll. Isopropylalkohol ist günstiger, muss aber vollständig entfernt werden. Bei Verwendung von Isopropylalkohol sollte der Verdampfungsschritt besonders gründlich durchgeführt werden.

Kann ich Rick Simpson Oil auch zum Inhalieren verwenden?

RSO ist wegen seines hohen Chlorophyll- und Wachsgehalts nicht für das Inhalieren geeignet. Es enthält Rückstände und Pflanzenstoffe, die beim Verbrennen oder Verdampfen unerwünschte Verbrennungsprodukte erzeugen. RSO ist für die orale Einnahme oder topische Anwendung gedacht.

Wie erkenne ich, ob noch Lösungsmittelreste im Öl vorhanden sind?

Wenn das fertige Öl noch nach Alkohol riecht, sind Rückstände vorhanden. Gib einen Tropfen auf eine heiße Oberfläche: Zischt und sprudelt er, ist noch Alkohol enthalten. Reines Öl bleibt ruhig. Im Zweifel das Öl noch einmal bei niedriger Temperatur nacherhitzen.

Aus wie vielen Pflanzen lässt sich genug Material für eine sinnvolle RSO-Produktion gewinnen?

Das hängt von Sorte, Anbaubedingungen und Ertrag ab. Eine gut kultivierte Pflanze mit 30 bis 50 Gramm getrockneten Blüten liefert etwa 3 bis 7 Gramm Öl. Mit den in Deutschland legal erlaubten drei Pflanzen und harzreichen Sorten lassen sich also nennenswerte Mengen für den Eigenbedarf herstellen.

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